|
In der Nacht zum Samstag ist es
in einer Reinigungsanlage im Darmstädter Stammwerk des Chemie-
und Pharmaunternehmens Merck zu einer Explosion gekommen. Vier
Mitarbeiter, die sich im Gebäude aufhielten, blieben
unverletzt, wurden aber zur Untersuchung ins städtische
Klinikum gebracht. "Sie sind unterdessen wieder zuhause",
berichtete Merck-Pressesprecher Gangolf Schrimpf am
Samstagmittag.
Die Experten rätseln noch über die Unfallursache. Laut
Schrimpf war es am frühen Morgen gegen 1:30 Uhr in einer Art
"Waschanlage" für Lösungsmittelbehälter zu einer Verpuffung
gekommen, als die rund tausend Liter fassenden, leeren Gebinde
mit kaltem Wasser ausgespült wurden. "Eigentlich kann da
nichts passieren", so der Merck-Sprecher. Die Anlage läuft im
automatischen Betrieb. Die vier Mitarbeiter im Schichtdienst
waren im Gebäude, nicht aber in unmittelbarer Nähe der Anlage.
Eine Gefährdung habe weder für die Angestellten, noch die
Anwohner bestanden, sagt Schrimpf. Die Werksfeuerwehr rückte
aus, weil aus der Anlage Stichflammen schossen. Innerhalb
kurzer Zeit waren die Flammen unter Kontrolle. Die Anlage
wurde abgeschaltet.
Explosion hebt Tür aus Angeln
Durch den Druck der Explosion
wurde eine Gebäudetür aus den Angeln gehoben. Wie hoch der
Schaden an der Anlage selbst ist und welcher Schaden insgesamt
entstanden ist, könne noch nicht beziffert werden, so der
Konzern-Sprecher. Gangolf Schrimpf stuft den Vorfall vorläufig
als nicht so gravierend ein. Menschen seien nicht zu Schaden
gekommen.
In der jüngsten Firmengeschichte des Chemie- und
Pharmakonzerns gab es einige schwere Unfälle auf dem
Werksgelände. Vor fast genau einem Jahr war eine Mitarbeiterin
ums Leben gekommen, als es in der Flüssigkristallproduktion zu
einer Explosion kam. Der Schaden war hoch, die Produktion
musste vorübergehend stillgelegt werden. Im Februar 2004 wurde
ein Labormitarbeiter ebenfalls bei einer Explosion schwer
verletzt und mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus
gebracht. Im Oktober 1999 standen schwarze Rauchwolken über
dem Firmenareal, als nach einer Verpuffung in einem Behälter
mit Lösungsmitteln das Feuer auf das gesamte
Produktionsgelände übergriff. Der Schaden lag in zweistelliger
Millionenhöhe. Link.
|